Kunst in der neuen Kirche
Die Kirche als Kunstwerk
In unserer neuen Kirche, die mittlerweile auch schon wieder mehr als 50 Jahre alt ist, befinden sich Kunstwerke zeitgenössischer Künstler. Die Kirche selber bildete einen krassen Gegensatz zum "Kirchlein". Man muss sich die Zeit vorstellen in der diese Kirche geplant und gebaut wurde. Nicht nur in Zell war "alt" negativ besetzt. Die neuen evangelischen oder katholischen Gotteshäuser, die in dieser Zeit entstanden oder die Kirchen, die erneuert wurden, waren durchweg modern. Alte Zöpfe abschneiden. Die moderne Kunst ist aber nicht weniger sinndurchdrungen, wie die alten Gemälde und Skulpturen, die in Kirchen zu finden sind.
Die Kirche selber ist ein Sechseck. Der Boden besteht auch aus Sechsecken. die Rundumverglasung unterhalb und oberhalb der Wände gibt einen interessanten Blick auf Himmel und Erde. Die Orgelseite öffnet sich zum Kurpark. Ein wichtiger Aspekt beim Neubau unseres Gemeindezentrums im Jahr 2023 war dem Konzept der Kirche entsprechend, die Kirche zu einem Platz zu öffnen, der das Gemeindezentrum mit einbindet. Auch in unserem Gemeindezentrum hat man einen fantastischen Blick auf den Wald. Mehrfach wurde in der Bauzeit des neuen Zentrums gesagt, dass unsere Kirche nur ein Pavillon ist. Eine Isolierung um zu einer zeitgemäßen Wärmedeämmung zu kommen war nicht möglich ohne die Kirche in ihrem Konzept zu zerstören. Allein die rahmenlosen Fenster der Rundumverglasung sind nicht zu dämmen. Allerdings würde der Blick aus der Kirche sich verändern, wenn man diese Fenster in Rahmen setzt. Dann müsste man die Wandverkleidung heller gestalten, da viel Licht verloren gehen würde, was zur Folge hätte, dass das Triptychon nicht mehr zur Geltung käme. Da eine Orgel besser mit Kälte als mit Wärme klar kommt und die Familie des Architekten Ihre Zustimmung für solche Veränderungen hätte geben müssen, wurde die Nutzung der Kirche als Gemeindezentrum schnell verworfen.
Kurz gesagt heute können wir die Kirche sehen, wie die Künstler*innen die Kirche gesehen haben.

Das Triptychon
von Borris Goetz (1915 – 1998), Acryl auf Holz.
Der Künstler gestaltete das Bild extra für diese Kirche
Er gab ihm keinen Namen und keine Deutung
wurde vom Künstler Borris Goetz (23. Juli 1915 - 23. August 1998) für die evangelische Kirche in Zell mit ihren vielen Dreiecks- und Sechseckformen geschaffen. Er gab ihm keinen Namen und keine Deutung.
Der Künstler gestaltete das Bild extra für diese Kirche
Er gab ihm keinen Namen und keine Deutung
wurde vom Künstler Borris Goetz (23. Juli 1915 - 23. August 1998) für die evangelische Kirche in Zell mit ihren vielen Dreiecks- und Sechseckformen geschaffen. Er gab ihm keinen Namen und keine Deutung.
Der Architekt Peter Gierich hatte die konstruktive Lösung:
In einer Kirche, die ein Sechseck ist, ist das Altarbild dreiteilig - reine Mathematik und das Auge liebt es. So wurde das Triptychon auf Holztafeln mit einer Acrylmischtechnik angefertigt. Es pass sich in der Höhe genau der umlaufenden Wandverkleidung an. Es ist 6,80 x 2,45 m.Als Grundtöne wurden Orange, Tiefviolette und Braun-olive gewählt. Menschen in Gruppen, abstrahiert und doch gegenständlich erkennbar strömen auf einen hellen Lichtkreis zu.
Das interessante an diesem Bild ist, das es scheinbar Gläubige, wie auch Ungläubige und Zweifler stark anspricht. Ich kenne viele Menschen, die unsere Kirche als zu modern, zu dunkel oder nicht schön bezeichnen, allerdings immer mit dem Zusatz, dass das Altarbild wunderschön ist. Hier habe ich noch nie Kritik gehört. Tatsächlich ist aber die Wirkung des Triptychons eng mit der Gesamtheit der Kirche verbunden. Das Motiv selber ist kein klassisches christliches Motiv, aber die Wirkung schon. Ein Besuch in unserer Kirche lohnt sich schon deshalb, weil das Altarbild in dem Kirchenraum für den es geschaffen wurde seine ganze Anziehung entfaltet.
Sicher fallen Ihnen Geschichten zu diesem Triptychon ein.
Vielleicht spricht Sie eine Geschichte aus folgenden Bibelstellen an?
Matthäus 5-7 („Die Bergpredigt“);
Vielleicht spricht Sie eine Geschichte aus folgenden Bibelstellen an?
Matthäus 5-7 („Die Bergpredigt“);
Matthäus 11,28; Matthäus 28, 18-20;
Lukas 24, 50-53;
Johannes 8,12;
Johannes 8,12;
Offenbarung 21,2;
Jesaja 9,1;
Psalm 23 und 121
Christus aus dem Müll
In der Passionszeit ist bei uns in der Kirche ein besonderes Kunstwerk zu sehen. Dieses wurde ebenfalls vom Künstler Borris Goetz geschaffen. Immer wieder kommt es zu Diskussionen, ob man ein so düsteres, spannungsreiches Kunstwerk aufhängen soll. Es ist auch an Gewicht unheimlich schwer und so müssen wir buchstäblich unser Kreuz tragen, wie Jesus es getan hat. Das Kreuz wurde von Hans-Martin Moll in seiner Zeit als Bürgermeister erworben und als Geschenk der evangelischen Kirche in Zell übergeben. Der Korpus des Christus wurde 1960 auf einem Müllplatz im Dorf Kotzenroth (heute Rosenheim) im Westerlwald von Boris Goetz gefunden. Ein unbekannter Künstler hatte die Figur ca. 1840-1850 aus Holz geschnitzt und bemalt. Borris Goetz hat daraus den Christus aus Müll geschaffen. Die Wirkung ist interessant. Viele Gedanken drängen sich ins Bewusstsein. Leiden, sterben und auferstehen – die Passionszeit und der Christus aus dem Müll gehören zusammen.
In der Passionszeit ist bei uns in der Kirche ein besonderes Kunstwerk zu sehen. Dieses wurde ebenfalls vom Künstler Borris Goetz geschaffen. Immer wieder kommt es zu Diskussionen, ob man ein so düsteres, spannungsreiches Kunstwerk aufhängen soll. Es ist auch an Gewicht unheimlich schwer und so müssen wir buchstäblich unser Kreuz tragen, wie Jesus es getan hat. Das Kreuz wurde von Hans-Martin Moll in seiner Zeit als Bürgermeister erworben und als Geschenk der evangelischen Kirche in Zell übergeben. Der Korpus des Christus wurde 1960 auf einem Müllplatz im Dorf Kotzenroth (heute Rosenheim) im Westerlwald von Boris Goetz gefunden. Ein unbekannter Künstler hatte die Figur ca. 1840-1850 aus Holz geschnitzt und bemalt. Borris Goetz hat daraus den Christus aus Müll geschaffen. Die Wirkung ist interessant. Viele Gedanken drängen sich ins Bewusstsein. Leiden, sterben und auferstehen – die Passionszeit und der Christus aus dem Müll gehören zusammen.

